{"id":3618,"date":"2026-11-02T07:55:00","date_gmt":"2026-11-02T05:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/?p=3618"},"modified":"2026-10-14T21:01:01","modified_gmt":"2026-10-14T19:01:01","slug":"pflege-am-limit-wer-pflegt-eigentlich-die-pflegenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/pflege-am-limit-wer-pflegt-eigentlich-die-pflegenden\/","title":{"rendered":"Pflege am Limit: Wer pflegt eigentlich die Pflegenden?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fachkr\u00e4ftemangel, Lohn, Arbeitszeit und Krankenabsenzen \u2013 ein Appell an Politik, Arbeitgeber, Patienten und Angeh\u00f6rige<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/97c43de7-4920-4d51-ad2a-9f9dfcc844bf.png?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1254\" height=\"1254\" data-attachment-id=\"3619\" data-permalink=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/97c43de7-4920-4d51-ad2a-9f9dfcc844bf\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/97c43de7-4920-4d51-ad2a-9f9dfcc844bf.png?fit=1254%2C1254&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1254,1254\" data-comments-opened=\"1\" data-image-title=\"97c43de7-4920-4d51-ad2a-9f9dfcc844bf\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Pflege am Limit: Wer pflegt eigentlich die Pflegenden? -Fachkr\u00e4ftemangel, Lohn, Arbeitszeit und Krankenabsenzen:  ein Appell an Politik, Arbeitgeber, Patienten und Angeh\u00f6rige&lt;\/p&gt;\n\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Pflege am Limit: Wer pflegt eigentlich die Pflegenden? -Fachkr\u00e4ftemangel, Lohn, Arbeitszeit und Krankenabsenzen:  ein Appell an Politik, Arbeitgeber, Patienten und Angeh\u00f6rige&lt;\/p&gt;\n\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/97c43de7-4920-4d51-ad2a-9f9dfcc844bf.png?fit=1024%2C1024&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/97c43de7-4920-4d51-ad2a-9f9dfcc844bf.png?resize=1254%2C1254&#038;ssl=1\" alt=\"97c43de7-4920-4d51-ad2a-9f9dfcc844bf\" class=\"wp-image-3619\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/97c43de7-4920-4d51-ad2a-9f9dfcc844bf.png?w=1254&amp;ssl=1 1254w, https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/97c43de7-4920-4d51-ad2a-9f9dfcc844bf.png?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/97c43de7-4920-4d51-ad2a-9f9dfcc844bf.png?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/97c43de7-4920-4d51-ad2a-9f9dfcc844bf.png?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/97c43de7-4920-4d51-ad2a-9f9dfcc844bf.png?resize=768%2C768&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1254px) 100vw, 1254px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">von <a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/ueber-den-autor-christoph-j-zingg\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2795\">Christoph J. Zingg<\/a> (Autor)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Sisyphos der Pflege<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wir suchen Pflegefachpersonen. <\/em><br><em>Wir bilden sie aus. <\/em><br><em>Und wir rekrutieren sie im Ausland. <\/em><br><em>Gleichzeitig verlieren wir andauernd Menschen, die diesen Beruf gelernt haben, oft schon nach wenigen Jahren. <\/em><br>Eine Sisyphosarbeit.<br><em>Vielleicht m\u00fcssen wir aufh\u00f6ren, nur nach neuen Pflegefachpersonen zu suchen, und endlich damit beginnen, die Bedingungen zu ver\u00e4ndern, unter denen Pflege heute geleistet werden muss.<\/em> Damit dieser Sisiphos endlich ein Ende findet.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sisyphos<\/strong>, auch <strong>Sisyphus<\/strong> genannt \u2013 eine Gestalt der griechischen Mythologie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er hatte die G\u00f6tter \u00fcberlistet und wurde daf\u00fcr bestraft: In der Unterwelt musste er einen schweren Felsblock einen Berg hinaufrollen. Kurz bevor er den Gipfel erreichte, rollte der Stein wieder hinunter. Er musste von vorne beginnen \u2013 <strong>f\u00fcr alle Ewigkeit<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daher kommt der Ausdruck <strong>\u00abSisyphusarbeit\u00bb<\/strong>: eine m\u00fchsame, sich st\u00e4ndig wiederholende Aufgabe, die keinen dauerhaften Erfolg bringt. Beispielsweise, wenn man einen organisatorischen Missstand immer wieder behebt, seine Ursache aber bestehen bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Philosoph <strong>Albert Camus<\/strong> gab der Geschichte eine weitere Bedeutung: Sisyphos steht f\u00fcr den Menschen, der trotz scheinbarer Sinnlosigkeit weiterlebt und handelt. Seine Freiheit liegt darin, wie er sich zu seinem Schicksal verh\u00e4lt.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bild des Sisyphos passt besonders zu diesen Situationen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Unterbesetzung ausgleichen:<\/strong> Pflegende springen ein, verzichten auf Pausen und \u00fcbernehmen zus\u00e4tzliche Aufgaben. Die n\u00e4chste Schicht beginnt erneut mit zu wenig Personal.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Organisationsprobleme auffangen:<\/strong> Fehlende Informationen, Material oder unklare Zust\u00e4ndigkeiten werden t\u00e4glich m\u00fchsam gekl\u00e4rt, ohne dass die Abl\u00e4ufe verbessert werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>F\u00fcr gute Pflege k\u00e4mpfen:<\/strong> \u00dcberlastung und Sicherheitsrisiken werden wiederholt gemeldet. Wenn wirksame Ver\u00e4nderungen ausbleiben, beginnt derselbe Kampf von vorne.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Menschen ausbilden und verlieren:<\/strong> Ein Team begleitet neue Mitarbeitende mit viel Engagement. Wegen belastender Arbeitsbedingungen gehen sie wieder, und die Einarbeitung beginnt erneut.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die wiederkehrende Pflege selbst ist dabei nicht automatisch Sisyphusarbeit.<\/strong> K\u00f6rperpflege, Zuwendung oder Schmerzbegleitung k\u00f6nnen jeden Tag notwendig sein und jedes Mal etwas Wertvolles bewirken. Ihr Sinn liegt auch darin, Leiden zu lindern und Lebensqualit\u00e4t zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Sisyphos-Bild trifft vor allem die <strong>vermeidbare Wiederholung ungel\u00f6ster Probleme<\/strong>: wenn Pflegende durch pers\u00f6nliche Anstrengung dauerhaft ausgleichen sollen, was organisatorisch ver\u00e4ndert werden m\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u00abZum Sisyphos wird die Pflege dort, wo Menschen jeden Tag mit ihrer Kraft Probleme bew\u00e4ltigen m\u00fcssen, deren Ursachen niemand wirksam ver\u00e4ndert.\u00bb<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>1. Der Fachkr\u00e4ftemangel: Fehlen uns Menschen \u2013 oder fehlen uns tragf\u00e4hige Arbeitsbedingungen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fachkr\u00e4ftemangel in der Pflege ist in aller Munde. Spit\u00e4ler, Pflegeheime, Spitex-Organisationen und Rehabilitationskliniken suchen qualifiziertes Personal. Ausbildungspl\u00e4tze werden geschaffen, Rekrutierungskampagnen lanciert und neue Mitarbeitende aus dem Ausland angeworben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig verlassen Pflegefachpersonen ihren Beruf. Andere wechseln in den Tagdienst, in die Beratung, in die Administration oder in T\u00e4tigkeiten ausserhalb der unmittelbaren Patientenversorgung. Wieder andere reduzieren ihr Pensum, weil sie merken, dass sie die bisherige Belastung langfristig nicht mehr tragen k\u00f6nnen oder wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist das wirklich nur ein Nachwuchsproblem?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oder haben wir ein System geschaffen, in dem wir von Menschen eine dauerhafte Verf\u00fcgbarkeit erwarten, die mit einem gesunden und selbstbestimmten Leben immer schwieriger vereinbar ist?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) hat sich mit der Frage besch\u00e4ftigt, welche Faktoren beeinflussen, ob Gesundheitsfachkr\u00e4fte in ihrem Beruf bleiben m\u00f6chten. In der 2024 ver\u00f6ffentlichten SCOHPICA-Auswertung geh\u00f6rten diplomierte Pflegefachpersonen und Pflegepersonal auf mittlerer Stufe zu den Berufsgruppen mit besonders geringer Verbleibsabsicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Untersuchung verweist unter anderem auf die Arbeitsbelastung, das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben, die berufliche Entwicklung, die Anerkennung und die Einbindung in Entscheidungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.obsan.admin.ch\/de\/publikationen\/2024-gesundheitsfachkraefte-in-der-schweiz-absicht-im-beruf-zu-bleiben\">Obsan \u2013 Gesundheitsfachkr\u00e4fte in der Schweiz: Absicht, im Beruf zu bleiben<\/a>\u2060.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist ein wichtiger Hinweis. Denn eine Ausbildungsoffensive allein gen\u00fcgt nicht, wenn die Arbeitsbedingungen dazu f\u00fchren, dass ein Teil der ausgebildeten Fachpersonen das Berufsfeld wieder verl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein System, das seine Mitarbeitenden nicht halten kann, muss nicht nur mehr Personal gewinnen. Es muss sich auch fragen, weshalb es Personal verliert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>2. Hundert Prozent arbeiten \u2013 bis zur Pension?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00fcssen \u00fcber eine Frage sprechen, die im Pflegealltag h\u00e4ufig unausgesprochen bleibt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist es unter den heutigen Bedingungen realistisch, bis zum ordentlichen Pensionsalter dauerhaft zu hundert Prozent in der direkten Pflege zu arbeiten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich gibt es Pflegefachpersonen, denen das gelingt. Menschen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Gesundheit, ihrer Lebenssituation, ihrer Belastbarkeit, ihrer Funktion und ihrer pers\u00f6nlichen Ressourcen. Auch die Arbeitsbedingungen unterscheiden sich erheblich zwischen den Institutionen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber daraus d\u00fcrfen wir nicht ableiten, dass ein Vollzeitpensum f\u00fcr alle \u00fcber Jahrzehnte ein realistisches und zumutbares Modell ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer im Schichtdienst arbeitet, kennt die Belastungen: fr\u00fche Arbeitsbeginne, Sp\u00e4tdienste, N\u00e4chte, Wochenenden, Feiertage und wechselnde Schlafrhythmen. Dazu kommen kurzfristige Dienstplan\u00e4nderungen, Einspringen bei Ausf\u00e4llen, hohe Patientenzahlen und komplexe pflegerische Situationen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Dienst endet auf dem Papier zu einer bestimmten Zeit. Die k\u00f6rperliche und psychische Erholung l\u00e4sst sich jedoch nicht auf die Minute planen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer nach einer belastenden Schicht nach Hause kommt, ben\u00f6tigt Zeit, um sich zu erholen. Wer nachts arbeitet, muss mit den Auswirkungen auf Schlaf und Tagesrhythmus umgehen. Und wer mehrere anspruchsvolle Dienste hintereinander leistet, braucht ausreichend Zeit, um wieder leistungsf\u00e4hig zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wer \u00fcber l\u00e4ngere Zeit unterbesetzt arbeitet, erlebt m\u00f6glicherweise zus\u00e4tzlich die Belastung, den eigenen fachlichen Anspr\u00fcchen nicht mehr in allen Situationen gerecht werden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage ist deshalb nicht, ob einzelne Menschen hundert Prozent arbeiten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage ist, ob wir ein Gesundheitssystem dauerhaft auf der Erwartung aufbauen d\u00fcrfen, dass m\u00f6glichst viele Pflegefachpersonen unter solchen Bedingungen bis zur Pension hundert Prozent leisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein nachhaltiges Personalmodell muss auch dann funktionieren, wenn Menschen nicht dauerhaft hundert Prozent arbeiten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>3. Mehr Lohn ist nicht nur eine Frage der Anerkennung \u2013 sondern auch der Gesundheit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn \u00fcber die Entl\u00f6hnung in der Pflege gesprochen wird, wird h\u00e4ufig auf die absoluten Lohnzahlen verwiesen. Die Pflege sei ein gut bezahlter Beruf, heisst es dann. Man verdiene schliesslich mehr als in vielen anderen T\u00e4tigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch diese Betrachtung greift zu kurz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es geht nicht allein darum, wie hoch ein Lohn auf der monatlichen Abrechnung ist. Es geht auch darum, welche Arbeitsbedingungen mit diesem Lohn verbunden sind und wie viel Lebenszeit, Erholung und pers\u00f6nliche Flexibilit\u00e4t die T\u00e4tigkeit kostet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier kommt ein Zusammenhang ins Spiel, \u00fcber den wir deutlich mehr sprechen sollten: <\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein angemessener Lohn kann es erm\u00f6glichen, das Arbeitspensum zu reduzieren, ohne dadurch finanziell unter Druck zu geraten.<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nehmen wir eine Pflegefachperson, die heute hundert Prozent arbeitet. Sie m\u00f6chte auf achtzig oder neunzig Prozent reduzieren, um mehr Schlaf, Erholung, Zeit f\u00fcr Familie und Freunde oder schlicht mehr Raum f\u00fcr das eigene Leben zu gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine solche Reduktion kann sinnvoll sein. Sie ist jedoch nicht f\u00fcr alle finanziell tragbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Entl\u00f6hnung steigt, kann ein reduziertes Pensum unter Umst\u00e4nden finanziell m\u00f6glich werden. Eine Pflegefachperson muss dann nicht zwingend zwischen ihrer Gesundheit und ihrem Einkommen w\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet nicht, dass ein h\u00f6herer Lohn automatisch Stress reduziert. Eine bessere Entl\u00f6hnung beseitigt weder eine Unterbesetzung noch eine schlechte F\u00fchrung oder einen chaotischen Dienstplan. Und eine Pensumsreduktion wirkt nur dann entlastend, wenn die verbleibende Arbeit nicht einfach auf weniger Stunden zusammengedr\u00e4ngt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber ein h\u00f6herer Lohn erweitert den Handlungsspielraum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er kann es erm\u00f6glichen, dass Menschen l\u00e4nger im Beruf bleiben, weil sie nicht mehr gezwungen sind, dauerhaft ein Vollzeitpensum zu leisten, um ihre finanziellen Verpflichtungen erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ver\u00e4ndert sich auch die Perspektive auf die Personalkosten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht m\u00fcssen wir uns weniger fragen, wie wir m\u00f6glichst viele Arbeitsstunden aus jeder einzelnen Pflegefachperson herausholen k\u00f6nnen. Vielleicht m\u00fcssen wir vielmehr fragen, wie wir qualifizierte Menschen m\u00f6glichst lange gesund und motiviert im Beruf halten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>4. Die Rechnung, die wir nicht machen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stellen wir uns zwei Modelle vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im ersten Modell arbeitet eine Pflegefachperson hundert Prozent, bis sie die Belastung nicht mehr tragen kann. Sie reduziert kurzfristig ihr Pensum, f\u00e4llt krankheitsbedingt aus oder verl\u00e4sst irgendwann den Beruf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im zweiten Modell verdient sie ausreichend, um bereits fr\u00fcher auf neunzig oder achtzig Prozent zu reduzieren. Sie erh\u00e4lt dadurch mehr Erholungszeit und kann ihre Arbeit langfristig besser mit ihrem Privatleben vereinbaren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welches Modell ist wirtschaftlicher?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das l\u00e4sst sich nicht pauschal beantworten. Eine Pensumsreduktion bedeutet zun\u00e4chst weniger vertraglich vereinbarte Arbeitsstunden. Zus\u00e4tzliche Personalkapazit\u00e4t muss finanziert und organisiert werden. Auch h\u00f6here L\u00f6hne verursachen Kosten.<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Doch die Betrachtung w\u00e4re unvollst\u00e4ndig, wenn wir ausschliesslich die direkten Lohnkosten ber\u00fccksichtigen w\u00fcrden.<\/h6>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu ber\u00fccksichtigen sind ebenso:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>krankheitsbedingte Absenzen und deren Folgen f\u00fcr die Dienstplanung;<\/li>\n\n\n\n<li>Kosten f\u00fcr tempor\u00e4res Personal und kurzfristige Ersatzl\u00f6sungen;<\/li>\n\n\n\n<li>Aufwand f\u00fcr Rekrutierung und Einarbeitung;<\/li>\n\n\n\n<li>der Verlust von Erfahrung und institutionellem Wissen;<\/li>\n\n\n\n<li>die Mehrbelastung der verbleibenden Mitarbeitenden;<\/li>\n\n\n\n<li>m\u00f6gliche Auswirkungen auf Kontinuit\u00e4t, Pflegequalit\u00e4t und Patientensicherheit.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das nationale Pflegepersonal-Monitoring des Obsan erfasst unter anderem Krankheits- und Unfallabsenzen, Fluktuation, Arbeitszufriedenheit, Stress und Ersch\u00f6pfung. Damit stehen wichtige Indikatoren zur Verf\u00fcgung, um die Situation nicht nur anhand offener Stellen, sondern auch anhand der Arbeitsbedingungen und des Gesundheitszustands der Besch\u00e4ftigten zu beurteilen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/ind.obsan.admin.ch\/pflemo\">Nationales Monitoring Pflegepersonal<\/a>\u2060.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Krankenabsenzen in einer Institution auff\u00e4llig hoch sind, sollte das deshalb nicht nur als individuelles Problem der betroffenen Mitarbeitenden betrachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich werden Menschen auch unabh\u00e4ngig von ihrem Beruf krank. Nicht jede Abwesenheit l\u00e4sst sich auf die Arbeit zur\u00fcckf\u00fchren. Hohe Absenzen allein beweisen keinen urs\u00e4chlichen Zusammenhang mit schlechten Arbeitsbedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber wenn sich hohe Absenzen, h\u00e4ufiges Einspringen, Unterbesetzung und \u00dcberlastung wiederholen, ist eine systematische Analyse notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn es w\u00e4re widersinnig, wenn eine Organisation kurzfristig Personalkosten spart, gleichzeitig aber durch \u00dcberlastung die Wahrscheinlichkeit erh\u00f6ht, dass weitere Mitarbeitende ausfallen oder k\u00fcndigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gesundheitsschutz ist nicht bloss eine soziale Verpflichtung. Er geh\u00f6rt auch zu einer vern\u00fcnftigen Personal- und Betriebsstrategie.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>5. Wenn eine Person ausf\u00e4llt, m\u00fcssen die anderen h\u00e4ufig mehr leisten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier beginnt ein Kreislauf, den viele Pflegeteams aus dem Alltag kennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Mitarbeiterin wird krank. Die Dienstplanung versucht, die L\u00fccke zu schliessen. Kolleginnen und Kollegen werden angefragt, ob sie einspringen k\u00f6nnen. Dienste werden verschoben, Pausen geraten unter Druck und die verbleibende Mannschaft \u00fcbernimmt zus\u00e4tzliche Aufgaben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00e4llt eine weitere Person aus, versch\u00e4rft sich die Situation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Belastung der verbleibenden Mitarbeitenden steigt. Erholung wird schwieriger. Die Wahrscheinlichkeit neuer Ausf\u00e4lle kann zunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht jeder Betrieb ger\u00e4t zwangsl\u00e4ufig in diesen Kreislauf. Institutionen mit ausreichenden Personalreserven, verl\u00e4sslichen Dienstpl\u00e4nen und guter F\u00fchrung k\u00f6nnen Ausf\u00e4lle besser auffangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch dort, wo die Personalplanung bereits im Normalbetrieb kaum Reserven l\u00e4sst, wird jeder Ausfall zu einer Belastungsprobe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem liegt dann nicht allein bei der erkrankten Person. Es liegt auch in der Frage, ob die Organisation gen\u00fcgend widerstandsf\u00e4hig aufgestellt ist, um vorhersehbare Ausf\u00e4lle aufzufangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Menschen werden krank. Das ist keine Fehlfunktion des Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Personalplanung, die nur funktioniert, wenn praktisch alle Mitarbeitenden jederzeit gesund und verf\u00fcgbar sind, ist dagegen strukturell verletzlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wenn Mitarbeitende das Gef\u00fchl bekommen, sich trotz Krankheit zur Arbeit schleppen zu m\u00fcssen, weil sie ihre Kolleginnen und Kollegen nicht im Stich lassen wollen, wird es besonders problematisch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Niemand sollte zwischen der eigenen Gesundheit und der Loyalit\u00e4t zum Team w\u00e4hlen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>6. Der Appell an die Politik: Die Pflege darf nicht nur auf dem Papier gesch\u00fctzt werden<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pflegeinitiative hat deutlich gemacht, dass gute Pflege und gute Arbeitsbedingungen zusammengeh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bund hat am 21. Mai 2025 den Entwurf f\u00fcr ein neues Bundesgesetz \u00fcber die Arbeitsbedingungen in der Pflege zuhanden des Parlaments verabschiedet. Damit soll unter anderem die Zahl der Berufsausstiege vermindert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.bag.admin.ch\/de\/neues-bundesgesetz-ueber-die-arbeitsbedingungen-in-der-pflege\">Bundesamt f\u00fcr Gesundheit \u2013 Neues Bundesgesetz \u00fcber die Arbeitsbedingungen in der Pflege<\/a>\u2060.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist ein wichtiger Schritt. Entscheidend ist aber, ob daraus Verbesserungen entstehen, die im Berufsalltag tats\u00e4chlich sp\u00fcrbar werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mein Appell an die Politikerinnen und Politiker:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gestalten Sie die Rahmenbedingungen so, dass gute Pflege nicht von der dauerhaften \u00dcberlastung einzelner Menschen abh\u00e4ngig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sorgen Sie f\u00fcr eine Finanzierung, die ausreichend qualifiziertes Personal, angemessene L\u00f6hne und tragf\u00e4hige Arbeitsmodelle erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schaffen Sie Anreize, die nicht nur die Ausbildung f\u00f6rdern, sondern auch den Verbleib im Beruf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterst\u00fctzen Sie Arbeitszeitmodelle, die unterschiedliche Lebensphasen ber\u00fccksichtigen. Wer mit 25 Jahren hundert Prozent arbeitet, muss mit 55 nicht zwingend noch dasselbe Pensum leisten k\u00f6nnen oder wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00f6rdern Sie die systematische Erfassung und Auswertung von Krankheitsabsenzen, Berufsausstiegen, Fluktuation und Arbeitsbelastung. Wo sich problematische Muster zeigen, m\u00fcssen Ursachen untersucht und Verbesserungen erm\u00f6glicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und stellen Sie sicher, dass die Umsetzung der Pflegeinitiative nicht an Zust\u00e4ndigkeitsfragen, kurzfristigen Sparzielen oder fehlender Finanzierung scheitert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pflege ist Teil der \u00f6ffentlichen Gesundheitsversorgung. Ihre Zukunft darf deshalb nicht allein von der wirtschaftlichen Tragf\u00e4higkeit einzelner Dienstpl\u00e4ne abh\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>7. Der Appell an die Arbeitgeber: H\u00f6ren Sie auf, Belastbarkeit mit unbegrenzter Verf\u00fcgbarkeit zu verwechseln<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arbeitgeber im Gesundheitswesen stehen unter erheblichem wirtschaftlichem und organisatorischem Druck. Sie m\u00fcssen Versorgungsauftr\u00e4ge erf\u00fcllen, Qualit\u00e4t sichern, gesetzliche Anforderungen einhalten und ihre Einrichtungen finanzieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Herausforderungen sind real.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber sie d\u00fcrfen nicht dazu f\u00fchren, dass die Gesundheit der Mitarbeitenden als flexible Reserve betrachtet wird, mit der sich strukturelle Probleme ausgleichen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mein Appell an die Spit\u00e4ler, Kliniken, Pflegeheime und Spitex-Organisationen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pr\u00fcfen Sie nicht nur, wie viele Stellen besetzt sind. Pr\u00fcfen Sie, ob die Menschen, die diese Stellen besetzen, ihre Arbeit unter den vorhandenen Bedingungen langfristig leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bieten Sie L\u00f6hne, die Verantwortung, Qualifikation und Belastung angemessen ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erm\u00f6glichen Sie Pensumsreduktionen, ohne Mitarbeitende dadurch finanziell \u00fcberm\u00e4ssig zu benachteiligen. Schaffen Sie verl\u00e4ssliche Dienstpl\u00e4ne und vermeiden Sie, dass kurzfristiges Einspringen zur selbstverst\u00e4ndlichen Erwartung wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bauen Sie ausreichende Personalreserven auf. Organisieren Sie die Arbeit so, dass krankheitsbedingte Absenzen nicht automatisch zu einer zus\u00e4tzlichen \u00dcberlastung des gesamten Teams f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erm\u00f6glichen Sie erfahrenen Pflegefachpersonen, in andere Funktionen zu wechseln oder ihre Arbeitszeit anzupassen, ohne dass sie das Gef\u00fchl haben m\u00fcssen, ihre berufliche Entwicklung aufgegeben zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und vor allem: H\u00f6ren Sie hin, wenn Mitarbeitende auf Missst\u00e4nde aufmerksam machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Pflegefachperson, die auf ein Sicherheitsrisiko, eine unzureichende Einarbeitung oder eine nicht tragf\u00e4hige Personalplanung hinweist, ist nicht automatisch schwierig. Sie kann eine wichtige Informationsquelle f\u00fcr die Organisationsentwicklung sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fchrung zeigt sich nicht darin, wie viel Belastung ein Team noch aush\u00e4lt. Sie zeigt sich auch darin, ob rechtzeitig erkannt wird, wann Belastung nicht mehr tragbar ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>8. Der Appell an Patientinnen und Patienten: Gute Pflege braucht Zeit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Patientinnen und Patienten haben einen berechtigten Anspruch auf sichere, fachgerechte und respektvolle Pflege.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer krank ist, Schmerzen hat, Angst erlebt oder auf Hilfe angewiesen ist, darf erwarten, ernst genommen zu werden. Niemand sollte sich daf\u00fcr rechtfertigen m\u00fcssen, Unterst\u00fctzung zu ben\u00f6tigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig ist es wichtig, die Bedingungen zu verstehen, unter denen Pflege geleistet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Pflegefachperson betreut h\u00e4ufig mehrere Menschen mit unterschiedlichen Bed\u00fcrfnissen. Sie muss Medikamente verabreichen, Ver\u00e4nderungen des Gesundheitszustands erkennen, Risiken einsch\u00e4tzen, dokumentieren, Angeh\u00f6rige informieren und mit anderen Berufsgruppen zusammenarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht alles kann gleichzeitig geschehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mein Appell an Patientinnen und Patienten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Begegnen Sie den Menschen, die Sie pflegen, mit Respekt. Haben Sie Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass eine Pflegefachperson nicht jederzeit unmittelbar verf\u00fcgbar sein kann. Fragen Sie nach, wenn etwas unklar ist, und \u00e4ussern Sie Kritik sachlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet nicht, dass Sie schlechte Pflege akzeptieren m\u00fcssen. Sie haben das Recht, auf M\u00e4ngel aufmerksam zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber richten Sie Ihren \u00c4rger nicht automatisch gegen die Person, die gerade vor Ihnen steht. Eine Pflegefachperson ist nicht allein verantwortlich f\u00fcr Personalmangel, organisatorische Probleme oder die Finanzierung des Gesundheitssystems.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer gute Pflege erwartet, sollte auch die Bedingungen mitdenken, die gute Pflege \u00fcberhaupt erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>9. Der Appell an Angeh\u00f6rige: Unterst\u00fctzen Sie Ihre Liebsten \u2013 aber erwarten Sie nicht, dass Pflegefachpersonen grenzenlos verf\u00fcgbar sind<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angeh\u00f6rige befinden sich h\u00e4ufig in einer schwierigen Situation. Sie sorgen sich um ihre Mutter, ihren Vater, ihren Partner oder ein anderes Familienmitglied. Sie m\u00fcssen Entscheidungen treffen, erleben Unsicherheit und f\u00fchlen sich m\u00f6glicherweise nicht ausreichend informiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Sorgen sind verst\u00e4ndlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine gute Zusammenarbeit zwischen Angeh\u00f6rigen und Pflegefachpersonen ist deshalb unverzichtbar. Angeh\u00f6rige kennen h\u00e4ufig die Lebensgeschichte, Gewohnheiten und individuellen Bed\u00fcrfnisse eines Menschen besonders gut. Dieses Wissen ist wertvoll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig m\u00fcssen auch Angeh\u00f6rige verstehen, dass professionelle Pflege unter begrenzten zeitlichen und personellen Ressourcen stattfindet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mein Appell an Angeh\u00f6rige:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Suchen Sie den Dialog mit dem Pflegeteam. Teilen Sie wichtige Beobachtungen und Bed\u00fcrfnisse mit. Fragen Sie nach, wenn Sie sich Sorgen machen, und bringen Sie Kritik konstruktiv ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erwarten Sie aber nicht, dass einzelne Pflegefachpersonen jederzeit alle W\u00fcnsche sofort erf\u00fcllen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterst\u00fctzen Sie Forderungen nach guten Arbeitsbedingungen und ausreichendem Personal. Denn die Qualit\u00e4t der Pflege, die Ihre Angeh\u00f6rigen erhalten, h\u00e4ngt auch davon ab, ob die Menschen, die sie betreuen, gen\u00fcgend Zeit, Kraft und fachliche Unterst\u00fctzung haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und vergessen wir nicht: Angeh\u00f6rige selbst leisten h\u00e4ufig erhebliche Betreuungs- und Pflegearbeit. Auch sie ben\u00f6tigen Unterst\u00fctzung, Entlastung und Anerkennung. Die Verantwortung f\u00fcr eine tragf\u00e4hige Versorgung darf weder vollst\u00e4ndig auf Angeh\u00f6rige noch vollst\u00e4ndig auf professionelle Pflegefachpersonen abgeschoben werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>10. Ein Appell an uns alle: Pflege ist keine unersch\u00f6pfliche Ressource<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir alle werden \u00e4lter. Wir alle k\u00f6nnen krank werden. Viele von uns werden irgendwann auf professionelle Pflege angewiesen sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann w\u00fcnschen wir uns Menschen, die uns mit Fachwissen, Aufmerksamkeit und Menschlichkeit begegnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch diese Eigenschaften lassen sich nicht beliebig aus Menschen herausfordern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pflegefachpersonen sind keine Maschinen. Sie k\u00f6nnen nicht unbegrenzt zus\u00e4tzliche Dienste \u00fcbernehmen, ihre Erholung verschieben und gleichzeitig erwarten, dass ihre Gesundheit unver\u00e4ndert bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie haben Familien, Beziehungen, Interessen und Verpflichtungen. Und sie ben\u00f6tigen Schlaf, Freizeit und Zeit f\u00fcr sich selbst. Sie d\u00fcrfen ihre berufliche T\u00e4tigkeit reduzieren, wenn sie dies f\u00fcr ihre Gesundheit oder ihre Lebensgestaltung als notwendig erachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und sie d\u00fcrfen einen Beruf aus\u00fcben wollen, ohne ihr ganzes Leben diesem Beruf unterzuordnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht ist es an der Zeit, Berufung anders zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Berufung bedeutet nicht, auf eigene Bed\u00fcrfnisse verzichten zu m\u00fcssen. Menschlichkeit bedeutet nicht, sich selbst zu vernachl\u00e4ssigen. Verantwortung bedeutet nicht, strukturelle Probleme dauerhaft pers\u00f6nlich auszugleichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine professionelle Pflege braucht Menschen, die ihre Arbeit gut machen k\u00f6nnen \u2013 und die auch nach vielen Jahren noch bereit und in der Lage sind, sie auszu\u00fcben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>11. Was wir ver\u00e4ndern m\u00fcssen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir den Fachkr\u00e4ftemangel ernsthaft bek\u00e4mpfen wollen, m\u00fcssen wir mehrere Dinge gleichzeitig tun:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Mehr Menschen f\u00fcr die Pflege gewinnen und ausbilden.<\/li>\n\n\n\n<li>Ausgebildete Pflegefachpersonen im Beruf halten.<\/li>\n\n\n\n<li>L\u00f6hne und Arbeitsbedingungen so gestalten, dass sich Verantwortung und Belastung angemessen widerspiegeln.<\/li>\n\n\n\n<li>Pensumsreduktionen erm\u00f6glichen, ohne finanzielle Existenz\u00e4ngste zu erzeugen.<\/li>\n\n\n\n<li>Erholungszeiten, verl\u00e4ssliche Dienstpl\u00e4ne und ausreichende Personalreserven sicherstellen.<\/li>\n\n\n\n<li>Krankheitsabsenzen und Berufsausstiege als wichtige Hinweise auf die Situation im Arbeitsumfeld ernst nehmen.<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fchrung, Mitspracherecht und berufliche Entwicklung st\u00e4rken.<\/li>\n\n\n\n<li>Patienten und Angeh\u00f6rige als Partner einer guten Versorgung einbeziehen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei ist entscheidend, dass eine Pensumsreduktion nicht bloss dazu f\u00fchrt, dass dieselbe Arbeit in weniger Stunden erledigt werden muss. Wenn achtzig Prozent Arbeitszeit mit hundert Prozent Aufgaben verbunden sind, entsteht keine wirkliche Entlastung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es braucht eine Personalplanung, die unterschiedliche Pensen ber\u00fccksichtigt und trotzdem eine sichere Versorgung gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">H\u00f6here L\u00f6hne allein werden das Problem nicht l\u00f6sen. Aber eine angemessene Entl\u00f6hnung kann ein wesentlicher Teil der L\u00f6sung sein \u2013 besonders dann, wenn sie Menschen erm\u00f6glicht, ihre Arbeitszeit so zu gestalten, dass sie gesund bleiben und langfristig im Beruf t\u00e4tig sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>12. Schlussgedanke: Wer die Pflege st\u00e4rken will, muss die Pflegenden st\u00e4rken<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fachkr\u00e4ftemangel in der Pflege ist real. Aber die Zahl der fehlenden Fachkr\u00e4fte erz\u00e4hlt nur einen Teil der Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die andere H\u00e4lfte handelt von den Menschen, die bereits da sind. Von jenen, die t\u00e4glich Verantwortung \u00fcbernehmen. Von jenen, die trotz schwieriger Bedingungen gute Pflege leisten wollen. Und von jenen, die ihr Pensum reduzieren, weil sie mehr Erholung brauchen. Und von jenen, die irgendwann gehen, weil sie keinen anderen Weg mehr sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir sollten diese Entscheidungen nicht vorschnell als mangelnde Motivation oder fehlende Berufung interpretieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht sind sie manchmal auch ein Signal daf\u00fcr, dass die Bedingungen nicht mehr zu den Anforderungen passen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine h\u00f6here Entl\u00f6hnung, die ein reduziertes Pensum erm\u00f6glicht, kann ein Beitrag zu mehr Erholung und einem l\u00e4ngeren Berufsverbleib sein. Gute F\u00fchrung, gen\u00fcgend Personal, verl\u00e4ssliche Arbeitszeiten und echte Mitbestimmung sind ebenso wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wenn die Krankenabsenzen in einer Institution auff\u00e4llig hoch sind, sollten wir nicht nur fragen, wer fehlt. Wir sollten auch fragen, was die Menschen belastet, die fehlen \u2013 und was die Organisation daraus lernen kann.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mein Appell ist deshalb einfach: <\/strong><br><strong>H\u00f6ren wir auf, die Pflege ausschliesslich als Kostenfaktor und die Pflegefachpersonen als verf\u00fcgbare Arbeitsstunden zu betrachten.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Politik muss tragf\u00e4hige Rahmenbedingungen schaffen. Arbeitgeber m\u00fcssen gesunde Arbeitspl\u00e4tze erm\u00f6glichen. Patientinnen und Patienten sowie Angeh\u00f6rige m\u00fcssen die Menschen hinter der Pflege sehen. Und Pflegefachpersonen selbst m\u00fcssen die M\u00f6glichkeit haben, ihre berufliche T\u00e4tigkeit so zu gestalten, dass sie mit einem gesunden Leben vereinbar bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn die Zukunft der Pflege entscheidet sich nicht allein daran, wie viele Menschen wir ausbilden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie entscheidet sich auch daran, ob diese Menschen bleiben wollen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wir brauchen nicht nur mehr Pflegefachpersonen. <\/strong><br><strong>Wir brauchen eine Pflege, in der Menschen arbeiten k\u00f6nnen, ohne sich selbst dabei zu verlieren.<\/strong><br>-Christoph J. Zingg<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weiterf\u00fchrende Beitr\u00e4ge auf \u00abTiefgang\u00bb<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Beitrag l\u00e4sst sich mit folgenden Themen aus meinem Blog verbinden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/pflege-who-studie-ein-alarmsignal-fuer-das-gesamte-gesundheitssystem\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2717\"><strong>Pflege erneut im Brennpunkt<\/strong> <\/a>\u2013 zur politischen und gesellschaftlichen Verantwortung f\u00fcr die Pflege.<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"Pflege: WHO-Studie\">Pflege: WHO-Studie<\/a><\/strong> \u2013 zur internationalen Perspektive auf Pflegepersonal und Arbeitsbedingungen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/burnout-wenn-menschen-an-ihren-arbeitsbedingungen-zerbrechen\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2925\">Burnout \u2013 Ausgebrannt<\/a><\/strong> \u2013 zur Grenze zwischen pers\u00f6nlicher Belastbarkeit und struktureller \u00dcberforderung.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/die-7-saeulen-der-resilienz-warum-manche-menschen-an-krisen-wachsen\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2714\"><strong>Die 7 S\u00e4ulen der Resilienz<\/strong> <\/a>\u2013 zu pers\u00f6nlichen Ressourcen, die jedoch keine mangelhaften Arbeitsbedingungen kompensieren k\u00f6nnen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/der-ich-vertrag-der-vertrag-mit-mir-selber\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2950\">Der ICH-Vertrag<\/a><\/strong> \u2013 zur Verantwortung gegen\u00fcber sich selbst und zu den Grenzen dessen, was Menschen dauerhaft leisten k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zentrale Verbindung zwischen diesen Themen ist f\u00fcr mich das <a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/integratives-systemdenken\/\" data-type=\"post\" data-id=\"3462\">systemische Denken<\/a>: Nicht nur die einzelne Pflegefachperson muss widerstandsf\u00e4hig sein. Auch die Organisation, die F\u00fchrung und das gesamte Versorgungssystem m\u00fcssen so gestaltet werden, dass sie Belastungen auffangen k\u00f6nnen, ohne Menschen zu verschleissen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Quellen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan): <a href=\"https:\/\/www.obsan.admin.ch\/de\/publikationen\/2024-gesundheitsfachkraefte-in-der-schweiz-absicht-im-beruf-zu-bleiben\">Gesundheitsfachkr\u00e4fte in der Schweiz \u2013 Absicht, im Beruf zu bleiben (2024)<\/a>\u2060.<\/li>\n\n\n\n<li>Obsan: <a href=\"https:\/\/ind.obsan.admin.ch\/pflemo\">Nationales Monitoring Pflegepersonal<\/a>\u2060.<\/li>\n\n\n\n<li>Bundesamt f\u00fcr Gesundheit: <a href=\"https:\/\/www.bag.admin.ch\/de\/neues-bundesgesetz-ueber-die-arbeitsbedingungen-in-der-pflege\">Neues Bundesgesetz \u00fcber die Arbeitsbedingungen in der Pflege<\/a>\u2060.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Hinweis: <\/em><br><em>Die Aussagen zur M\u00f6glichkeit, durch h\u00f6here L\u00f6hne Pensumsreduktionen und mehr Erholung zu erm\u00f6glichen, sind eine arbeits- und gesundheitspolitische Argumentation. Sie sind nicht als Nachweis zu verstehen, dass h\u00f6here L\u00f6hne allein Stress, Krankheitsabsenzen oder Berufsausstiege reduzieren. Daf\u00fcr sind auch Personalbesetzung, Arbeitsorganisation, F\u00fchrung und die tats\u00e4chliche Entlastung entscheidend.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pflege am Limit: Wer pflegt eigentlich die Pflegenden? -Fachkr\u00e4ftemangel, Lohn, Arbeitszeit und Krankenabsenzen:  ein Appell an Politik, Arbeitgeber, Patienten und Angeh\u00f6rige<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":3619,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[668],"tags":[611,608,850],"class_list":["post-3618","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-pflege-gesundheiswesen","tag-gruppendynamik","tag-kommunikation","tag-wie-er-sich-zu-seinem-schicksal-verhaelt"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.7 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Pflege am Limit: Wer pflegt eigentlich die Pflegenden? 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