{"id":3391,"date":"2026-09-20T08:04:00","date_gmt":"2026-09-20T06:04:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/?p=3391"},"modified":"2026-09-26T09:55:21","modified_gmt":"2026-09-26T07:55:21","slug":"eine-gruppe-ist-noch-kein-team","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/eine-gruppe-ist-noch-kein-team\/","title":{"rendered":"Eine Gruppe ist noch kein Team"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Warum gemeinsame R\u00e4ume, gleiche Vorgesetzte und regelm\u00e4ssige Sitzungen noch keine Teamarbeit ergeben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/0bb09c3f-4e74-455b-a45b-be9a2352256d.png?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1290\" height=\"860\" data-attachment-id=\"3393\" data-permalink=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/0bb09c3f-4e74-455b-a45b-be9a2352256d\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/0bb09c3f-4e74-455b-a45b-be9a2352256d.png?fit=1536%2C1024&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1536,1024\" data-comments-opened=\"1\" data-image-title=\"0bb09c3f-4e74-455b-a45b-be9a2352256d\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/0bb09c3f-4e74-455b-a45b-be9a2352256d.png?fit=1024%2C683&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/0bb09c3f-4e74-455b-a45b-be9a2352256d.png?resize=1290%2C860&#038;ssl=1\" alt=\"0bb09c3f-4e74-455b-a45b-be9a2352256d\" class=\"wp-image-3393\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/0bb09c3f-4e74-455b-a45b-be9a2352256d.png?w=1536&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/0bb09c3f-4e74-455b-a45b-be9a2352256d.png?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/0bb09c3f-4e74-455b-a45b-be9a2352256d.png?resize=1024%2C683&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.zingg-dive.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/0bb09c3f-4e74-455b-a45b-be9a2352256d.png?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1290px) 100vw, 1290px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">von <a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/ueber-den-autor-christoph-j-zingg\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2795\">Christoph J. Zingg<\/a> (Autor)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Von der Gruppe zum Team<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abWo Menschen nebeneinander arbeiten, entsteht eine Gruppe. Ein Team entsteht erst dort, wo ihr gemeinsamer Erfolg tats\u00e4chlich voneinander abh\u00e4ngt.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Organisationen gibt es heute beinahe nur noch Teams: Pflegeteams, F\u00fchrungsteams, Projektteams, Behandlungsteams, Qualit\u00e4ts\u00adteams, Krisenteams und interprofessionelle Teams. Zumindest heissen sie so.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch die Bezeichnung beweist wenig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwanzig Mitarbeitende k\u00f6nnen auf derselben Station arbeiten, dieselbe Leitung haben, denselben Pausenraum benutzen und jeden Monat an einer Teamsitzung teilnehmen \u2013 und dennoch kein echtes Team bilden. Umgekehrt k\u00f6nnen f\u00fcnf Menschen, die sich vorher kaum kannten, w\u00e4hrend einer Reanimation innerhalb weniger Minuten zu einem hochwirksamen Team werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Gruppe ist eine soziale Tatsache. Ein Team ist eine anspruchsvolle Form gemeinsamer Leistungserbringung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Unterschied liegt nicht im guten Klima, nicht in der Sympathie und auch nicht darin, ob man sich mit Vornamen anspricht. Er liegt vor allem in einer Frage:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>M\u00fcssen diese Menschen ihre unterschiedlichen Beitr\u00e4ge wirklich aufeinander abstimmen, damit ein gemeinsames Ergebnis entstehen kann?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst wenn diese gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit vorhanden ist, beginnt Teamarbeit im wissenschaftlichen Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was ist \u00fcberhaupt ein Team?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine h\u00e4ufig verwendete wissenschaftliche Definition geht auf Eduardo Salas und seine Kollegen zur\u00fcck. Sie beschreiben ein Team sinngem\u00e4ss als eine unterscheidbare Einheit von mindestens zwei Personen, die dynamisch, gegenseitig abh\u00e4ngig und anpassungsf\u00e4hig auf ein gemeinsames, bedeutsames Ziel hinarbeiten und dabei unterschiedliche Rollen oder Funktionen \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Steve Kozlowski und Bradford Bell erg\u00e4nzen die organisatorische Perspektive: Teams sind in gr\u00f6ssere Systeme eingebettet, bestehen \u00fcber eine gewisse Zeit, besitzen erkennbare Grenzen und verbinden die Kenntnisse, F\u00e4higkeiten und Handlungen ihrer Mitglieder zu einer gemeinsamen Leistung. Ein Team ist deshalb keine blosse Ansammlung f\u00e4higer Einzelpersonen, sondern ein soziales Leistungssystem. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1002\/0471264385.wei1214\">Kozlowski &amp; Bell, 2003<\/a>\u2060<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">6 Grundlegende Merkmale<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus diesen Definitionen ergeben sich sechs grundlegende Merkmale:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Eine erkennbare Zugeh\u00f6rigkeit<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp; &nbsp; Es muss einigermassen klar sein, wer zum Team geh\u00f6rt und wer nicht. Wenn selbst die Beteiligten unterschiedliche Vorstellungen dar\u00fcber haben, wer Mitglied ist, fehlen verl\u00e4ssliche Grenzen.<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"2\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Ein gemeinsamer Auftrag<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp; &nbsp; Das Team braucht ein Ergebnis, f\u00fcr das es gemeinsam verantwortlich ist. Die allgemeine Aussage \u00abWir sorgen f\u00fcr gute Pflege\u00bb gen\u00fcgt noch nicht. Entscheidend ist, welches konkrete gemeinsame Ergebnis erreicht werden soll.<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"3\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Unterschiedliche, aber aufeinander bezogene Beitr\u00e4ge<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp; &nbsp; Teammitglieder m\u00fcssen nicht dasselbe tun. Gerade ihre unterschiedlichen Rollen machen das Team wertvoll. Ihre Arbeit muss jedoch so miteinander verbunden sein, dass die Beitr\u00e4ge nicht beliebig austauschbar nebeneinanderstehen.<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"4\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp; &nbsp; Das Ergebnis eines Mitglieds beeinflusst die Handlungsm\u00f6glichkeiten der anderen. Informationen, Entscheidungen, Ressourcen oder Arbeitsschritte m\u00fcssen miteinander koordiniert werden.<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"5\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Eine gewisse Stabilit\u00e4t<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp; &nbsp; Menschen ben\u00f6tigen Zeit, um die Kompetenzen, Reaktionsweisen und Grenzen der anderen kennenzulernen. Bei st\u00e4ndig wechselnder Zusammensetzung kann zwar kooperiert werden, aber gemeinsame Routinen, Vertrauen und geteilte mentale Modelle entwickeln sich nur eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"6\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Gemeinsame Anpassungsf\u00e4higkeit<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp; &nbsp; Ein Team muss Abweichungen erkennen, sein Vorgehen ver\u00e4ndern und bei Bedarf Rollen neu verteilen k\u00f6nnen. Besonders in komplexen Situationen reicht es nicht, dass jedes Mitglied seinen eigenen Auftrag starr ausf\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wird bereits deutlich:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nicht jede organisatorische Einheit, die als Team bezeichnet wird, erf\u00fcllt diese Bedingungen. Und nicht jede Gruppe muss zu einem Team entwickelt werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gruppe, Kollegium, Arbeitsgemeinschaft und Team<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Begriffe werden im Alltag unterschiedlich verwendet. Es existiert keine weltweit verbindliche deutschsprachige Begriffsnorm. Dennoch lassen sich wissenschaftlich und praktisch sinnvolle Unterschiede beschreiben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td><strong>Form<\/strong><\/td><td><strong>Zentrales Merkmal<\/strong><\/td><td><strong>Gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit<\/strong><\/td><td><strong>Gemeinsames Ergebnis<\/strong><\/td><td><strong>Beispiel<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><strong>Gruppe<\/strong><\/td><td>Menschen nehmen sich als zusammengeh\u00f6rig wahr oder werden von aussen zusammengefasst<\/td><td>Kann vorhanden sein, muss aber nicht<\/td><td>Nicht zwingend<\/td><td>Alle Mitarbeitenden einer Berufsgruppe<\/td><\/tr><tr><td><strong>Kollegium<\/strong><\/td><td>Gemeinsame institutionelle oder berufliche Zugeh\u00f6rigkeit<\/td><td>Meist gering bis mittel<\/td><td>H\u00e4ufig mehrere individuelle Leistungen<\/td><td>Gesamtes Pflegekollegium einer Klinik<\/td><\/tr><tr><td><strong>Arbeitsgemeinschaft<\/strong><\/td><td>Zeitlich oder thematisch begrenzte Zusammenarbeit<\/td><td>Je nach Auftrag unterschiedlich<\/td><td>Meist ein abgegrenztes Arbeitsergebnis<\/td><td>Arbeitsgruppe zur Einf\u00fchrung eines neuen Dokumentationssystems<\/td><\/tr><tr><td><strong>Arbeitsgruppe<\/strong><\/td><td>Koordination \u00fcberwiegend eigenst\u00e4ndiger Beitr\u00e4ge<\/td><td>H\u00e4ufig eher gering<\/td><td>Einzelbeitr\u00e4ge werden gesammelt oder zusammengef\u00fchrt<\/td><td>Jede Person bearbeitet ein eigenes Kapitel<\/td><\/tr><tr><td><strong>Team<\/strong><\/td><td>Gemeinsamer Auftrag mit aufeinander angewiesenen Beitr\u00e4gen<\/td><td>Wesentliches Definitionsmerkmal<\/td><td>Kollektive Verantwortung<\/td><td>Reanimationsteam, OP-Team oder eng gef\u00fchrtes Projektteam<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Gruppe<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Gruppe ist der weiteste Begriff. Menschen k\u00f6nnen aufgrund r\u00e4umlicher N\u00e4he, gemeinsamer Interessen, einer sozialen Identit\u00e4t oder einer organisatorischen Zuordnung eine Gruppe bilden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle Nachtwachen einer Klinik sind beispielsweise eine Gruppe. Sie m\u00fcssen sich daf\u00fcr weder regelm\u00e4ssig begegnen noch gemeinsam eine konkrete Leistung erbringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jedes Team ist deshalb eine Gruppe \u2013 aber l\u00e4ngst nicht jede Gruppe ist ein Team.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Kollegium<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Kollegium entsteht haupts\u00e4chlich durch institutionelle Zugeh\u00f6rigkeit. Seine Mitglieder arbeiten in derselben Organisation, im selben Beruf oder unter derselben Leitung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Kollegium kann gemeinsame Werte, Regeln und Interessen besitzen. Seine Mitglieder k\u00f6nnen sich beraten und vertreten. Dennoch erbringen sie m\u00f6glicherweise weitgehend eigenst\u00e4ndige Leistungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gesamte Pflegepersonal einer Station ist daher h\u00e4ufig eher ein <strong>Kollegium mit wechselnden Arbeitsteams<\/strong> als ein einziges, dauerhaftes Team.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Arbeitsgemeinschaft<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Arbeitsgemeinschaft wird f\u00fcr einen bestimmten Zweck gebildet. Sie kann Informationen austauschen, Konzepte entwickeln oder ein Problem bearbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Beteiligten ihre Aufgaben weitgehend unabh\u00e4ngig erledigen und die Resultate am Schluss zusammenf\u00fcgen, bleibt sie eine Arbeitsgruppe. Wenn das Ergebnis nur durch fortlaufende gegenseitige Abstimmung entstehen kann, entwickelt sie Teamcharakter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Name entscheidet also nicht. Entscheidend ist die Struktur der Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Team<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Team tragen die Mitglieder nicht nur Verantwortung f\u00fcr ihre eigenen Teilaufgaben. Sie beobachten auch den gemeinsamen Verlauf, erkennen Probleme an den Schnittstellen und unterst\u00fctzen einander, wenn das Gesamtergebnis gef\u00e4hrdet ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Team sagt nicht:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abIch habe meinen Teil erledigt. Der Rest betrifft mich nicht.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es fragt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abWas braucht das gemeinsame Ergebnis jetzt von uns?\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eine Station ist nicht automatisch ein Team<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade im Gesundheitswesen wird der Teambegriff oft zu grossz\u00fcgig verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Pflegestation kann aus dreissig Mitarbeitenden bestehen. Einige arbeiten ausschliesslich nachts, andere nur an bestimmten Wochentagen. Tempor\u00e4rmitarbeitende, Lernende, Studierende, Praktikanten und Mitarbeitende mit kleinen Teilzeitpensen wechseln sich ab. Nicht alle begegnen sich regelm\u00e4ssig. Die Patientenzuteilung ver\u00e4ndert sich t\u00e4glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Menschen geh\u00f6ren zum selben Kollegium. Sie teilen R\u00e4ume, Regeln, F\u00fchrung und Verantwortung f\u00fcr die Station. Dennoch arbeiten sie nicht st\u00e4ndig als ein einziges Team.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innerhalb dieses Kollegiums entstehen vielmehr verschiedene, sich \u00fcberlagernde Einheiten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>das jeweilige Schichtteam,<\/li>\n\n\n\n<li>das Betreuungsteam eines Patienten,<\/li>\n\n\n\n<li>das Reanimationsteam,<\/li>\n\n\n\n<li>das interprofessionelle Behandlungsteam,<\/li>\n\n\n\n<li>das Leitungsteam,<\/li>\n\n\n\n<li>zeitlich begrenzte Projekt- oder Qualit\u00e4tsgruppen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein einzelner Mensch kann gleichzeitig mehreren Teams angeh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Unterscheidung ist keine sprachliche Kleinlichkeit. Wenn eine Leitung dreissig Personen als ein Team behandelt, obwohl die reale Zusammenarbeit in wechselnden Kleingruppen stattfindet, k\u00f6nnen Massnahmen am falschen Ort ansetzen. Ein Teamanlass mit dem gesamten Kollegium verbessert nicht automatisch die Medikamenten\u00fcbergabe im Sp\u00e4tdienst. Und eine allgemeine Teamsitzung ersetzt keine klaren Absprachen im konkreten Behandlungsteam.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Taskwork und Teamwork: Zwei verschiedene Leistungen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eduardo Salas unterscheidet zwischen <strong>Taskwork<\/strong> und <strong>Teamwork<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Taskwork<\/strong> bezeichnet die fachliche Arbeit selbst:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>eine Infusion vorbereiten,<\/li>\n\n\n\n<li>einen Verband durchf\u00fchren,<\/li>\n\n\n\n<li>einen Patienten beurteilen,<\/li>\n\n\n\n<li>eine Diagnose stellen,<\/li>\n\n\n\n<li>eine Operation ausf\u00fchren,<\/li>\n\n\n\n<li>eine Einsatzplanung erstellen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Teamwork<\/strong> bezeichnet dagegen die Art, wie diese fachlichen Beitr\u00e4ge miteinander verbunden werden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Informationen weitergeben,<\/li>\n\n\n\n<li>Handlungen zeitlich abstimmen,<\/li>\n\n\n\n<li>Zust\u00e4ndigkeiten kl\u00e4ren,<\/li>\n\n\n\n<li>Ver\u00e4nderungen gemeinsam erkennen,<\/li>\n\n\n\n<li>einander unterst\u00fctzen,<\/li>\n\n\n\n<li>Fehler oder Missverst\u00e4ndnisse korrigieren,<\/li>\n\n\n\n<li>das Vorgehen anpassen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Station kann aus fachlich ausgezeichneten Einzelpersonen bestehen und trotzdem als Team versagen. Umgekehrt kann gute Zusammenarbeit fehlende Fachkompetenz nicht dauerhaft ersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wirksame Teams brauchen beides:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\\text{Teamleistung} = \\text{Taskwork} + \\text{Teamwork} &#8211; \\text{Prozessverluste}<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Darstellung ist keine exakte mathematische Formel. Sie macht aber einen wichtigen Zusammenhang sichtbar: Die vorhandenen Kompetenzen ergeben nicht automatisch die tats\u00e4chliche Leistung. Ein Teil ihres Potenzials kann durch Missverst\u00e4ndnisse, Wartezeiten, Konflikte, Doppelarbeit, Informationsverluste oder unklare Verantwortung verloren gehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wann ist gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit notwendig?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit \u2013 wissenschaftlich <strong>Interdependenz<\/strong> genannt \u2013 ist das Herzst\u00fcck eines Teams. Sie beschreibt, wie stark Menschen auf die Informationen, Entscheidungen, Ressourcen oder Arbeitsschritte anderer angewiesen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">James D. Thompson unterschied bereits 1967 drei grundlegende Formen. Sp\u00e4tere Arbeiten erg\u00e4nzten eine besonders intensive Form der Zusammenarbeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Addierte oder gepoolte Abh\u00e4ngigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle leisten einen weitgehend unabh\u00e4ngigen Beitrag. Die Ergebnisse werden anschliessend addiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beispiel: Mehrere Mitarbeitende pr\u00fcfen unabh\u00e4ngig verschiedene Akten. Die Gesamtleistung ist die Summe der bearbeiteten Akten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier gen\u00fcgen h\u00e4ufig gemeinsame Standards, klare Zust\u00e4ndigkeiten und eine einfache Koordination. Intensive Teamarbeit w\u00e4re m\u00f6glicherweise unn\u00f6tig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Sequenzielle Abh\u00e4ngigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Leistung einer Person wird zur Voraussetzung f\u00fcr die n\u00e4chste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beispiel: Die korrekte Medikamentenverordnung ist Voraussetzung f\u00fcr die Bereitstellung, diese wiederum f\u00fcr die Kontrolle und Verabreichung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier sind eindeutige \u00dcbergaben, definierte Schnittstellen und verl\u00e4ssliche Zeitabl\u00e4ufe entscheidend. Fehler am Anfang wandern durch die gesamte Kette.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Wechselseitige Abh\u00e4ngigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beteiligten beeinflussen sich gegenseitig. Ergebnisse werden mehrfach zu neuen Ausgangspunkten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beispiel: Pflege, \u00e4rztlicher Dienst, Physiotherapie und Sozialberatung entwickeln gemeinsam einen Austrittsplan. Jede neue Information kann die Entscheidungen der anderen ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier reichen starre \u00dcbergaben nicht mehr. Es braucht R\u00fcckfragen, gemeinsame Lagebilder und laufende Anpassung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4. Intensive oder simultane Abh\u00e4ngigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beteiligten m\u00fcssen ihre Handlungen nahezu gleichzeitig und fortlaufend aufeinander abstimmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beispiele sind eine Reanimation, eine komplexe Operation oder die Versorgung eines pl\u00f6tzlich instabilen Patienten. Niemand kann seinen Beitrag isoliert planen. Jede Handlung ver\u00e4ndert unmittelbar die Situation f\u00fcr die anderen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier wird echte Teamleistung lebenswichtig: klare F\u00fchrung, gegenseitige Beobachtung, Closed-Loop-Kommunikation, gemeinsame mentale Modelle und flexible Unterst\u00fctzung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Aufgabenabh\u00e4ngigkeit und Ergebnisabh\u00e4ngigkeit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Forschung unterscheidet zus\u00e4tzlich zwei Ebenen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Aufgabenabh\u00e4ngigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mitglieder ben\u00f6tigen einander, um die Arbeit \u00fcberhaupt ausf\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ergebnisabh\u00e4ngigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erfolg, R\u00fcckmeldung, Anerkennung oder Belohnung werden an das gemeinsame Ergebnis gebunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Metaanalyse von Courtright und Kollegen untersuchte 107 unabh\u00e4ngige Stichproben mit insgesamt 7\u2019563 Teams. Sie zeigte, dass Aufgabenabh\u00e4ngigkeit vor allem aufgabenbezogene Prozesse wie Planung, Koordination und kollektive Selbstwirksamkeit f\u00f6rdert. Ergebnisabh\u00e4ngigkeit wirkt st\u00e4rker \u00fcber Beziehungen, Zusammenhalt und zwischenmenschliche Prozesse. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1037\/apl0000027\">Courtright et al., 2015<\/a>\u2060<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus folgt eine wichtige praktische Regel:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wer Zusammenarbeit verlangt, darf nicht ausschliesslich Einzelleistung belohnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Organisation sagt: \u00abIhr seid gemeinsam verantwortlich\u00bb, aber Fehler, Anerkennung, Beurteilungen und Karrierechancen konsequent individuell verteilt, erzeugt sie widerspr\u00fcchliche Erwartungen. Die Aufgabe verlangt Kooperation, das System belohnt Konkurrenz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier ber\u00fchrt die Teamforschung unmittelbar das M\u00e4rkliheft-Prinzip: Wenn jedes Mitglied innerlich vor allem registriert, wer wie viel geleistet, erhalten oder vers\u00e4umt hat, kann aus gemeinsamer Verantwortung eine fortlaufende individuelle Abrechnung werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hackman und Wageman: Ein Team muss zuerst richtig gebaut werden<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">J. Richard Hackman widersprach der popul\u00e4ren Vorstellung, man m\u00fcsse Menschen lediglich motivieren, mehr miteinander reden lassen oder zu einem Teambuilding schicken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine zentrale Botschaft war unbequemer:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Viele Teamprobleme sind keine Charakterprobleme, sondern Konstruktionsfehler.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gemeinsam mit Ruth Wageman beschrieb er f\u00fcnf Bedingungen, welche die Wahrscheinlichkeit guter Teamleistung erh\u00f6hen. Sie garantieren den Erfolg nicht, schaffen aber die Voraussetzungen daf\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>1. Ein echtes Team<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein echtes Team besitzt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>erkennbare Grenzen,<\/li>\n\n\n\n<li>eine gewisse personelle Stabilit\u00e4t,<\/li>\n\n\n\n<li>gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit,<\/li>\n\n\n\n<li>ein gemeinsames Arbeitsergebnis,<\/li>\n\n\n\n<li>kollektive Verantwortung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits hier scheitern viele sogenannte Teams. Wenn Mitgliedschaft, Auftrag und Verantwortung unklar sind, kann auch die beste Kommunikation diese strukturelle Leerstelle nicht dauerhaft ausgleichen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>2. Eine zwingende gemeinsame Richtung<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein wirksamer Auftrag ist nach Hackman:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>klar<\/strong>, damit alle wissen, wof\u00fcr das Team existiert;<\/li>\n\n\n\n<li><strong>herausfordernd<\/strong>, damit er Energie mobilisiert;<\/li>\n\n\n\n<li><strong>bedeutsam<\/strong>, damit die Arbeit als relevant erlebt wird.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei sollte die F\u00fchrung vor allem das zu erreichende Ergebnis kl\u00e4ren. Wenn sie jedes Detail des Weges vorschreibt, bleibt dem Team kaum Raum, seine unterschiedlichen F\u00e4higkeiten zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abWir wollen gut zusammenarbeiten\u00bb ist keine gemeinsame Richtung. \u00abWir gew\u00e4hrleisten w\u00e4hrend jeder Schicht eine sichere, kontinuierliche und patientenzentrierte Versorgung\u00bb kommt ihr n\u00e4her \u2013 muss aber noch in beobachtbare Ergebnisse \u00fcbersetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>3. Eine unterst\u00fctzende Struktur<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu geh\u00f6ren:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>eine zur Aufgabe passende Teamgr\u00f6sse,<\/li>\n\n\n\n<li>die notwendigen Fach- und Sozialkompetenzen,<\/li>\n\n\n\n<li>sinnvoll verteilte Rollen,<\/li>\n\n\n\n<li>eine bearbeitbare Gesamtaufgabe,<\/li>\n\n\n\n<li>angemessene Entscheidungsbefugnisse,<\/li>\n\n\n\n<li>klare Verhaltensnormen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hackman empfahl, Teams so klein wie m\u00f6glich und so gross wie n\u00f6tig zu gestalten. Mit jedem zus\u00e4tzlichen Mitglied steigen nicht nur die verf\u00fcgbaren Kompetenzen, sondern auch die Zahl m\u00f6glicher Abstimmungsbeziehungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein grosses Kollegium kann deshalb sinnvoll sein. Ein einziges grosses operatives Team ist es h\u00e4ufig nicht.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>4. Ein unterst\u00fctzender organisatorischer Kontext<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Teams ben\u00f6tigen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>ausreichende personelle und materielle Ressourcen,<\/li>\n\n\n\n<li>relevante und rechtzeitige Informationen,<\/li>\n\n\n\n<li>zug\u00e4ngliche fachliche Unterst\u00fctzung,<\/li>\n\n\n\n<li>Weiterbildung,<\/li>\n\n\n\n<li>ein Belohnungs- und Beurteilungssystem, das Kooperation nicht bestraft.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von einem Pflegeteam kann keine zuverl\u00e4ssige Zusammenarbeit erwartet werden, wenn der Dienstplan st\u00e4ndig auseinanderf\u00e4llt, Zust\u00e4ndigkeiten t\u00e4glich wechseln, Informationen fehlen und jedes Mitglied versucht, unter Zeitdruck nur noch die eigene Patientengruppe irgendwie zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Teamarbeit ist kein Ersatz f\u00fcr gen\u00fcgend Personal.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>5. Fachkundiges Teamcoaching<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Coaching soll nicht jede Entscheidung \u00fcbernehmen. Es soll dem Team helfen,<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>seine Anstrengungen zu b\u00fcndeln,<\/li>\n\n\n\n<li>eine bessere Strategie zu entwickeln,<\/li>\n\n\n\n<li>vorhandenes Wissen wirksamer zu nutzen,<\/li>\n\n\n\n<li>aus Erfahrungen zu lernen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hackman und Wageman betonen zudem den richtigen Zeitpunkt. Zu Beginn braucht ein Team Orientierung. An Wendepunkten ben\u00f6tigt es Hilfe bei der Strategie. Nach einer Arbeitsphase braucht es Reflexion und Lernen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein schlecht konstruiertes Team l\u00e4sst sich jedoch nicht durch Coaching retten. Wageman, Hackman und Lehman entwickelten den <strong>Team Diagnostic Survey<\/strong>, um solche Bedingungen systematisch zu erfassen. Die Entwicklung und Pr\u00fcfung umfasste 2\u2019474 Mitglieder aus 321 unterschiedlichen Teams. Das Instrument war ausdr\u00fccklich f\u00fcr die Diagnose intakter Arbeitsteams gedacht \u2013 nicht f\u00fcr Gruppen, die nur dem Namen nach Teams sind. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/0021886305281984\">Wageman et al., 2005<\/a>\u2060<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Woran erkennt man ein wirksames Team?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hackman beurteilt Teamwirksamkeit nicht allein nach dem Arbeitsergebnis. Er verwendet drei Kriterien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erstens: Qualit\u00e4t der Leistung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ergebnis erf\u00fcllt die Anforderungen der Menschen, welche es ben\u00f6tigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Pflege z\u00e4hlen deshalb nicht nur erledigte T\u00e4tigkeiten, sondern unter anderem Sicherheit, Kontinuit\u00e4t, Fachlichkeit, Rechtzeitigkeit und der Nutzen f\u00fcr die Patientinnen und Patienten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zweitens: Zuk\u00fcnftige Kooperationsf\u00e4higkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Abschluss einer Aufgabe sollte das Team besser zusammenarbeiten k\u00f6nnen als zuvor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Team, das nur deshalb ein gutes Ergebnis erreicht, weil einzelne Mitglieder st\u00e4ndig einspringen, \u00dcberstunden leisten und Konflikte schlucken, ist langfristig nicht wirksam. Es verbraucht seine eigene Zukunftsf\u00e4higkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Drittens: Lernen und Wohlbefinden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zusammenarbeit sollte die Mitglieder fachlich und pers\u00f6nlich weiterentwickeln, nicht sie dauerhaft ersch\u00f6pfen, entwerten oder krank machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit erh\u00e4lt Teamgesundheit denselben Stellenwert wie Leistung. Ein Team kann kurzfristig erfolgreich und dennoch langfristig zerst\u00f6rerisch sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Perspektive passt unmittelbar zum ICH-Vertrag: Eine Organisation darf nicht nur fragen, ob das Ergebnis erreicht wurde. Sie muss ebenso fragen, welchen Preis die Beteiligten daf\u00fcr bezahlen und ob dieses Vorgehen wiederholbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Salas: Die \u00abBig Five\u00bb der Teamarbeit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eduardo Salas, Dana Sims und C. Shawn Burke fassten die umfangreiche Teamforschung in f\u00fcnf Kernkomponenten zusammen. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1046496405277134\">Salas, Sims &amp; Burke, 2005<\/a>\u2060<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Teamf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jemand h\u00e4lt Auftrag, Priorit\u00e4ten und Lagebild zusammen. Teamf\u00fchrung kann formal \u00fcbertragen oder situativ verteilt werden. Entscheidend ist nicht, dass eine Person alles bestimmt, sondern dass Orientierung gew\u00e4hrleistet bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Gegenseitige Leistungsbeobachtung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Teammitglieder achten darauf, ob das gemeinsame Vorgehen funktioniert. Das ist keine misstrauische Kontrolle, sondern ein Sicherheitsmechanismus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Reanimation beobachtet nicht nur jede Person den eigenen Arbeitsschritt. Sie achtet zugleich auf Rhythmus, Medikamentengabe, Beatmung, Zeit, Reaktionen und m\u00f6gliche L\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Unterst\u00fctzungsverhalten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer freie Kapazit\u00e4t hat, unterst\u00fctzt dort, wo das gemeinsame Ergebnis gef\u00e4hrdet ist. Voraussetzung ist, dass \u00dcberlastung erkannt und Hilfe angeboten oder angefordert werden darf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4. Anpassungsf\u00e4higkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wirksame Teams halten nicht stur am urspr\u00fcnglichen Plan fest. Sie erkennen Ver\u00e4nderungen und reorganisieren ihr Vorgehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>5. Teamorientierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mitglieder ber\u00fccksichtigen das gemeinsame Ergebnis und die Beitr\u00e4ge der anderen, ohne ihre eigene fachliche Verantwortung aufzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese f\u00fcnf F\u00e4higkeiten werden durch drei koordinierende Mechanismen getragen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>gemeinsame mentale Modelle<\/strong>: eine hinreichend \u00e4hnliche Vorstellung der Situation, Rollen und n\u00e4chsten Schritte;<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Closed-Loop-Kommunikation<\/strong>: Auftrag, Best\u00e4tigung und R\u00fcckmeldung \u00fcber die Ausf\u00fchrung;<\/li>\n\n\n\n<li><strong>gegenseitiges Vertrauen<\/strong>: die begr\u00fcndete Erwartung, dass andere kompetent, verl\u00e4sslich und am gemeinsamen Ziel orientiert handeln.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00abBig Five\u00bb beschreiben damit nicht, wie nett ein Team ist. Sie beschreiben, was es gemeinsam leisten k\u00f6nnen muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kozlowski und Ilgen: Teams sind dynamische Systeme<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fr\u00fchere Modelle stellten Teamarbeit h\u00e4ufig als einfache Abfolge dar:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\\text{Input} \\rightarrow \\text{Prozess} \\rightarrow \\text{Ergebnis}<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Donald Ilgen, John Hollenbeck, Michael Johnson und Dustin Jundt kritisierten diese lineare Sicht. Sie schlugen das <strong>IMOI-Modell<\/strong> vor:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\\text{Input} \\rightarrow \\text{Mediatoren} \\rightarrow \\text{Output} \\rightarrow \\text{neuer Input}<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das zus\u00e4tzliche \u00abI\u00bb am Ende ist entscheidend: Jedes Ergebnis ver\u00e4ndert die Ausgangslage f\u00fcr die n\u00e4chste Arbeitsphase. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1146\/annurev.psych.56.091103.070250\">Ilgen et al., 2005<\/a>\u2060<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gut bew\u00e4ltigter Notfall kann Vertrauen, Wissen und Koordination verbessern. Ein schlecht bearbeiteter Konflikt kann Misstrauen erzeugen, das die n\u00e4chste Teamsitzung bereits beeinflusst. Die Wirkung kehrt zum Ausgangspunkt zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kozlowski und Ilgen betrachten Teams deshalb als komplexe, adaptive Systeme. Aus individuellen Eigenschaften entstehen mit der Zeit gemeinsame Zust\u00e4nde:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>geteiltes Wissen,<\/li>\n\n\n\n<li>kollektive Selbstwirksamkeit,<\/li>\n\n\n\n<li>Vertrauen,<\/li>\n\n\n\n<li>Zusammenhalt,<\/li>\n\n\n\n<li>gemeinsame Normen,<\/li>\n\n\n\n<li>psychologische Sicherheit,<\/li>\n\n\n\n<li>bestimmte Kommunikationsmuster.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Zust\u00e4nde geh\u00f6ren nicht einer einzelnen Person. Sie entstehen zwischen den Beteiligten und wirken anschliessend auf diese zur\u00fcck. Genau darin liegt die M\u00f6biusschleife des Menschlichen: Menschen erzeugen durch ihre Kommunikation ein Teamklima, das danach ihre weitere Kommunikation pr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kozlowski und Ilgen ordnen die Teamprozesse in drei miteinander verbundene Bereiche ein:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kognitive Prozesse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was weiss das Team? Was glaubt es \u00fcber die Situation, die Aufgabe und die Kompetenzen seiner Mitglieder?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hierzu geh\u00f6ren gemeinsame mentale Modelle, Teamlernen und das Wissen dar\u00fcber, wer \u00fcber welches Spezialwissen verf\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Motivationale und affektive Prozesse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie stark glaubt das Team an seine gemeinsame Wirksamkeit? Wie viel Vertrauen, Zusammenhalt und Verantwortungsbereitschaft bestehen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Verhaltensbezogene Prozesse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie plant, kommuniziert, koordiniert, beobachtet und unterst\u00fctzt sich das Team tats\u00e4chlich?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die umfassende Forschungs\u00fcbersicht von Kozlowski und Ilgen zeigt: Teamwirksamkeit entsteht nicht durch einen einzelnen Faktor. Sie entsteht, wenn kognitive, emotionale, motivationale und verhaltensbezogene Prozesse zur Aufgabe und zum Kontext passen. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1111\/j.1529-1006.2006.00030.x\">Kozlowski &amp; Ilgen, 2006<\/a>\u2060<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eine wissenschaftliche Gesamtarchitektur der Teamwirksamkeit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die verschiedenen Modelle widersprechen sich nicht. Sie betrachten unterschiedliche Ebenen desselben Systems.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ebene 1: Braucht die Aufgabe \u00fcberhaupt ein Team?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuerst muss gekl\u00e4rt werden, ob ein gemeinsames Ergebnis und echte Interdependenz bestehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne diese Voraussetzung wird Teamarbeit leicht zum Selbstzweck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ebene 2: Wie ist das Team konstruiert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier liegen Hackmans und Wagemans Bedingungen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>echtes Team,<\/li>\n\n\n\n<li>klare Richtung,<\/li>\n\n\n\n<li>passende Zusammensetzung,<\/li>\n\n\n\n<li>unterst\u00fctzende Struktur,<\/li>\n\n\n\n<li>organisatorischer Kontext,<\/li>\n\n\n\n<li>Coaching.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ebene 3: Welche gemeinsamen Zust\u00e4nde entstehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier setzen Kozlowski und Ilgen an:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Vertrauen,<\/li>\n\n\n\n<li>psychologische Sicherheit,<\/li>\n\n\n\n<li>Zusammenhalt,<\/li>\n\n\n\n<li>kollektive Selbstwirksamkeit,<\/li>\n\n\n\n<li>geteiltes Wissen,<\/li>\n\n\n\n<li>gemeinsame mentale Modelle.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ebene 4: Was tut das Team konkret?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier helfen Salas\u2019 \u00abBig Five\u00bb:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>f\u00fchren,<\/li>\n\n\n\n<li>beobachten,<\/li>\n\n\n\n<li>unterst\u00fctzen,<\/li>\n\n\n\n<li>anpassen,<\/li>\n\n\n\n<li>teamorientiert handeln.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommen Planung, Konfliktbearbeitung, Reflexion und Closed-Loop-Kommunikation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ebene 5: Welche Ergebnisse entstehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bewertet werden m\u00fcssen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>fachliche Leistung,<\/li>\n\n\n\n<li>Sicherheit und Qualit\u00e4t,<\/li>\n\n\n\n<li>zuk\u00fcnftige Kooperationsf\u00e4higkeit,<\/li>\n\n\n\n<li>Lernen und Gesundheit der Mitglieder.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ebene 6: Was wird daraus gelernt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ergebnisse fliessen als neue Erfahrungen, Erwartungen und Normen in die n\u00e4chste Arbeitsphase ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit entsteht keine lineare Produktionskette, sondern ein Kreislauf:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Struktur pr\u00e4gt Interaktion. Interaktion erzeugt Erfahrungen. Erfahrungen ver\u00e4ndern Vertrauen, Normen und Erwartungen. Diese pr\u00e4gen die n\u00e4chste Interaktion.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was sagt die Forschung zur Wirksamkeit von Teamarbeit?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Forschung zeigt insgesamt einen positiven Zusammenhang zwischen Teamprozessen und Leistung \u2013 aber keinen Automatismus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">LePine und Kollegen best\u00e4tigten in einer Metaanalyse, dass Teamprozesse sowohl mit Teamleistung als auch mit der Zufriedenheit der Mitglieder positiv zusammenh\u00e4ngen. Die St\u00e4rke des Zusammenhangs h\u00e4ngt teilweise von der Aufgabenabh\u00e4ngigkeit und der Teamgr\u00f6sse ab. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1111\/j.1744-6570.2008.00114.x\">LePine et al., 2008<\/a>\u2060<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Gesundheitswesen ergab eine systematische \u00dcbersicht mit Metaanalyse einen mittelstarken Zusammenhang zwischen Teamarbeit und Leistung. Teams mit wirksamen Teamprozessen erreichten deutlich h\u00e4ufiger gute klinische oder prozessbezogene Ergebnisse. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1136\/bmjopen-2018-028280\">Schmutz, Meier &amp; Manser, 2019<\/a>\u2060<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Teamtraining kann wirken. Hughes, Salas und Kollegen fanden in ihrer Metaanalyse Verbesserungen bei Lernen, Verhaltenstransfer und Ergebnissen. Die Effektst\u00e4rken lagen je nach Kriterium ungef\u00e4hr zwischen d = 0{,}37 und d = 0{,}89. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1037\/apl0000120\">Hughes et al., 2016<\/a>\u2060<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die korrekte Aussage lautet deshalb nicht:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abTeams sind immer besser als Einzelpersonen.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie lautet:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wenn eine Aufgabe echte gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit verlangt, verbessert gutes Teamwork die Wahrscheinlichkeit einer guten Leistung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wann ist Teamarbeit unn\u00f6tig?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Teamarbeit ist nicht automatisch die h\u00f6chste Entwicklungsform jeder Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie ist h\u00e4ufig unn\u00f6tig, wenn:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>eine Aufgabe von einer qualifizierten Person vollst\u00e4ndig bearbeitet werden kann;<\/li>\n\n\n\n<li>die Beitr\u00e4ge weitgehend unabh\u00e4ngig sind;<\/li>\n\n\n\n<li>eine klare Einzelverantwortung notwendig ist;<\/li>\n\n\n\n<li>das Ergebnis durch Standards zuverl\u00e4ssig erreicht werden kann;<\/li>\n\n\n\n<li>zus\u00e4tzliche Perspektiven keinen nennenswerten Nutzen bringen;<\/li>\n\n\n\n<li>Abstimmungsaufwand gr\u00f6sser w\u00e4re als der m\u00f6gliche Qualit\u00e4tsgewinn;<\/li>\n\n\n\n<li>konzentrierte Einzelarbeit ben\u00f6tigt wird.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Pflegebericht muss nicht im Team geschrieben werden. Eine klar zugeordnete Bestellung braucht keine Gruppendiskussion. Nicht jede E-Mail ben\u00f6tigt f\u00fcnf Empf\u00e4nger, nicht jede Entscheidung eine Sitzung und nicht jede fachliche Frage einen Workshop.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oft gen\u00fcgt eine Arbeitsgruppe mit:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>klaren Standards,<\/li>\n\n\n\n<li>verl\u00e4sslichen Schnittstellen,<\/li>\n\n\n\n<li>transparenter Information,<\/li>\n\n\n\n<li>eindeutigen Zust\u00e4ndigkeiten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist keine minderwertige Organisationsform. Sie kann f\u00fcr die Aufgabe wesentlich wirksamer sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wann wird Teamarbeit sogar hinderlich?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>1. Wenn der Abstimmungsaufwand die Aufgabe \u00fcbersteigt<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je mehr Personen beteiligt sind, desto mehr Informationen, Termine, R\u00fcckfragen und Erwartungen m\u00fcssen koordiniert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine einfache Aufgabe kann dadurch langsamer, teurer und un\u00fcbersichtlicher werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>2. Wenn Verantwortung verwischt<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abWir haben entschieden\u00bb kann bedeuten, dass am Ende niemand pers\u00f6nlich zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gemeinsame Beratung darf nicht mit unklarer Entscheidungsverantwortung verwechselt werden. Auch im Team muss feststehen, wer entscheidet, wer ausf\u00fchrt und wer das Ergebnis kontrolliert.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>3. Wenn Beitr\u00e4ge unsichtbar werden<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Metaanalyse von Karau und Williams \u00fcber 78 Studien best\u00e4tigte das Ph\u00e4nomen des <strong>Social Loafing<\/strong>: Menschen k\u00f6nnen bei kollektiven Aufgaben weniger Anstrengung investieren, wenn ihr eigener Beitrag kaum erkennbar ist. Besonders bedeutsam sind die Bewertbarkeit des individuellen Beitrags, die Erwartung gegen\u00fcber den anderen, die Sinnhaftigkeit der Aufgabe und kulturelle Bedingungen. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1037\/0022-3514.65.4.681\">Karau &amp; Williams, 1993<\/a>\u2060<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>4. Wenn Sitzungen produktive Arbeit blockieren<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In klassischen Brainstorming-Experimenten produzierten interaktiv diskutierende Gruppen h\u00e4ufig weniger Ideen als dieselbe Anzahl einzeln arbeitender Personen. Ein wichtiger Grund war <strong>Production Blocking<\/strong>: W\u00e4hrend eine Person spricht, m\u00fcssen die anderen warten, verlieren Gedanken oder passen sich bereits genannten Ideen an. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1037\/0022-3514.53.3.497\">Diehl &amp; Stroebe, 1987<\/a>\u2060<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr kreative Aufgaben kann es deshalb besser sein, Ideen zuerst einzeln zu entwickeln und sie danach gemeinsam zu bewerten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>5. Wenn nur das bereits Bekannte besprochen wird<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gruppen diskutieren bevorzugt Informationen, die mehrere Mitglieder bereits kennen. Einzigartiges Wissen einzelner Personen wird dagegen leichter \u00fcbersehen. Dadurch k\u00f6nnen Teams trotz vorhandener Expertise zu schlechteren Entscheidungen kommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Multiversit\u00e4t entfaltet ihren Wert deshalb nicht durch blosse Anwesenheit unterschiedlicher Menschen. Vielfalt wird erst dann zur gemeinsamen St\u00e4rke, wenn abweichendes Wissen tats\u00e4chlich ausgesprochen, geh\u00f6rt, gepr\u00fcft und integriert wird.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>6. Wenn Harmonie wichtiger wird als Korrektur<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein freundliches Klima ist wertvoll. Es darf aber nicht dazu f\u00fchren, dass Zweifel, Risiken und Gegenargumente unterdr\u00fcckt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein wirksames Team braucht keine dauernde Einigkeit. Es braucht die F\u00e4higkeit, Unterschiedlichkeit auszuhalten, ohne die gemeinsame Arbeitsf\u00e4higkeit zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>7. Wenn \u00abTeam\u00bb strukturelle M\u00e4ngel verdecken soll<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manchmal wird Teamgeist verlangt, wenn eigentlich Personal, Zeit, Kompetenzen oder F\u00fchrung fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann bedeutet \u00abWir m\u00fcssen als Team zusammenstehen\u00bb faktisch:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ausf\u00e4lle sollen intern kompensiert werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Einzelne sollen dauerhaft mehr leisten.<\/li>\n\n\n\n<li>Unklare Prozesse sollen durch Improvisation aufgefangen werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Systemprobleme werden moralisch an die Mitarbeitenden zur\u00fcckgegeben.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist keine F\u00f6rderung von Teamarbeit, sondern die Auslagerung organisatorischer Verantwortung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was bedeutet dies f\u00fcr den Alltag in der Pflege?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nicht jede Station als ein einziges Team behandeln<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuerst m\u00fcssen die realen Arbeitseinheiten erkannt werden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wer arbeitet tats\u00e4chlich regelm\u00e4ssig zusammen?<\/li>\n\n\n\n<li>Wer tr\u00e4gt gemeinsam Verantwortung f\u00fcr welches Ergebnis?<\/li>\n\n\n\n<li>Wo finden kritische \u00dcbergaben statt?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Kleinteams m\u00fcssen sich besonders gut kennen?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Berufsgruppen geh\u00f6ren f\u00fcr eine Aufgabe zum Behandlungsteam?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gemeinsame Ergebnisse benennen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abGute Zusammenarbeit\u00bb ist zu unbestimmt. Besser sind konkrete Ziele:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>vollst\u00e4ndige und rechtzeitige \u00dcbergaben,<\/li>\n\n\n\n<li>sichere Medikamentenprozesse,<\/li>\n\n\n\n<li>fr\u00fchzeitiges Erkennen einer Verschlechterung,<\/li>\n\n\n\n<li>abgestimmte Austrittsplanung,<\/li>\n\n\n\n<li>einheitliche Kommunikation mit Patienten und Angeh\u00f6rigen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Rollen und Entscheidungsrechte kl\u00e4ren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor allem in dynamischen Situationen muss bekannt sein:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wer f\u00fchrt?<\/li>\n\n\n\n<li>Wer entscheidet?<\/li>\n\n\n\n<li>Wer beobachtet das Gesamtgeschehen?<\/li>\n\n\n\n<li>Wer dokumentiert?<\/li>\n\n\n\n<li>Wer darf Priorit\u00e4ten ver\u00e4ndern?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie wird \u00dcberlastung gemeldet?<\/li>\n\n\n\n<li>Wer \u00fcbernimmt, wenn jemand ausf\u00e4llt?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Information aktiv schliessen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Informationsl\u00fccken verschwinden nicht. Sie werden mit Vermutungen, Interpretationen und Ger\u00fcchten gef\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Informations-Ger\u00fcchte-Gesetz erh\u00e4lt damit eine strukturelle Erg\u00e4nzung: Je h\u00f6her die gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit, desto gef\u00e4hrlicher wird fehlende oder versp\u00e4tete Information.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Reflexion an der realen Arbeit ausrichten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Teamentwicklung sollte nicht nur fragen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abWie f\u00fchlen wir uns miteinander?\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie sollte ebenso fragen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wo verlieren wir Informationen?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche \u00dcbergabe funktioniert nicht?<\/li>\n\n\n\n<li>Wo entsteht Doppelarbeit?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Rollen sind unklar?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Unterst\u00fctzung kommt zu sp\u00e4t?<\/li>\n\n\n\n<li>Wo verhindern unsere Regeln vern\u00fcnftiges Handeln?<\/li>\n\n\n\n<li>Was m\u00fcssen wir bei der n\u00e4chsten \u00e4hnlichen Situation anders machen?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zw\u00f6lf Fragen zur Diagnose: Sind wir wirklich ein Team?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>K\u00f6nnen wir eindeutig sagen, wer zu diesem Team geh\u00f6rt?<\/li>\n\n\n\n<li>Gibt es ein konkretes gemeinsames Ergebnis, f\u00fcr das wir zusammen verantwortlich sind?<\/li>\n\n\n\n<li>Ben\u00f6tigen wir tats\u00e4chlich die Beitr\u00e4ge der anderen, um dieses Ergebnis zu erreichen?<\/li>\n\n\n\n<li>Sind unsere Aufgaben voneinander abh\u00e4ngig oder lediglich nebeneinander angeordnet?<\/li>\n\n\n\n<li>Kennen wir die Rollen, Kompetenzen und Grenzen der anderen?<\/li>\n\n\n\n<li>Ist klar, wer in welcher Situation entscheidet?<\/li>\n\n\n\n<li>Verf\u00fcgen wir \u00fcber gen\u00fcgend Stabilit\u00e4t, um gemeinsame Routinen zu entwickeln?<\/li>\n\n\n\n<li>K\u00f6nnen wir \u00dcberlastung, Zweifel und Fehler ansprechen, bevor Schaden entsteht?<\/li>\n\n\n\n<li>Beobachten wir neben der eigenen Aufgabe auch das gemeinsame Ergebnis?<\/li>\n\n\n\n<li>Unterst\u00fctzen Belohnungs-, Informations- und F\u00fchrungssysteme unsere Zusammenarbeit?<\/li>\n\n\n\n<li>Werden wir durch die Zusammenarbeit langfristig leistungsf\u00e4higer \u2013 oder lediglich ersch\u00f6pfter?<\/li>\n\n\n\n<li>W\u00e4re diese Aufgabe m\u00f6glicherweise schneller, sicherer oder klarer durch Einzelarbeit zu erledigen?<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die letzte Frage ist ebenso wichtig wie die vorherigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einordnung in die bisherige Bloglandschaft<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Grundlagenbeitrag verbindet zahlreiche Einzelthemen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong><a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/psychologische-sicherheit-der-unsichtbare-schluessel-erfolgreicher-kommunikation-und-zusammenarbeit\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2773\">Psychologische Sicherheit<\/a><\/strong> erkl\u00e4rt, ob relevantes Wissen ausgesprochen werden kann.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/shared-mental-models\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2991\"><strong>Shared Mental Models<\/strong> <\/a>erkl\u00e4ren, ob die Beteiligten ein hinreichend gemeinsames Lagebild besitzen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/tag\/closed-loop-communication-wenn-worte-zurueckkehren-muessen-zwischen-lebensrettung\/\" data-type=\"post_tag\" data-id=\"779\">Closed-Loop-Kommunikation<\/a><\/strong> erkl\u00e4rt, wie kritische Auftr\u00e4ge geschlossen werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/feedbacklernen-durch-rueckmeldung-in-der-kommunikation\/\" data-type=\"post\" data-id=\"3367\">Feedback<\/a><\/strong> unterst\u00fctzt Lernen und Korrektur.<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/cirs-aus-fehlern-lernen-bevor-menschen-zu-schaden-kommen\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2930\">CIRS<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/just-culture-gerechte-fehlerkultur\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2933\">Just Culture<\/a><\/strong> bestimmen, ob Fehler in gemeinsames Lernen \u00fcberf\u00fchrt werden.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/multiversitaet-wenn-vielfalt-beginnt-gemeinsam-wirklichkeit-zu-gestalten\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2889\"><strong>Multiversit\u00e4t<\/strong> <\/a>beschreibt, wie unterschiedliche Perspektiven zu gemeinsamer St\u00e4rke werden k\u00f6nnen.<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/das-geruechte-informationsgesetz-nach-zingg-in-der-kommunikation\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2550\"><strong>Das Informations-Ger\u00fcchte-Gesetz<\/strong> <\/a>erkl\u00e4rt, was geschieht, wenn formale Kommunikation L\u00fccken hinterl\u00e4sst.<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/das-maerkliheft-prinzip-nach-zingg\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2520\">Das M\u00e4rkliheft-Prinzip<\/a><\/strong> macht sichtbar, wie wahrgenommene Ungleichgewichte die Kooperationsbereitschaft ver\u00e4ndern.<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/der-ich-vertrag-der-vertrag-mit-mir-selber\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2950\">Der ICH-Vertrag<\/a><\/strong> erinnert daran, dass Leistung nicht auf Kosten dauerhafter Selbstsch\u00e4digung entstehen darf.<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/das-moebius-denkmodell\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2618\">Das M\u00f6bius-Denkmodell<\/a><\/strong> zeigt, wie Strukturen Kommunikation erzeugen und Kommunikation wiederum die Strukturen best\u00e4tigt oder ver\u00e4ndert.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle diese Konzepte betreffen jedoch erst die zweite Frage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die erste lautet:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Liegt \u00fcberhaupt eine Aufgabe vor, f\u00fcr die ein Team notwendig ist?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Gruppe entsteht durch Zugeh\u00f6rigkeit. Ein Kollegium entsteht durch eine gemeinsame Institution. Eine Arbeitsgemeinschaft entsteht durch einen Auftrag. Ein Team entsteht durch einen gemeinsamen Zweck, aufeinander angewiesene Beitr\u00e4ge und kollektive Verantwortung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Teamarbeit ist weder ein moralisches Ideal noch ein universelles Heilmittel. Sie ist eine anspruchsvolle Antwort auf Aufgaben, die von Einzelpersonen nicht zuverl\u00e4ssig, nicht vollst\u00e4ndig oder nicht anpassungsf\u00e4hig genug bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wo echte Interdependenz besteht, m\u00fcssen Teams sorgf\u00e4ltig gestaltet, unterst\u00fctzt und entwickelt werden. Wo sie fehlt, k\u00f6nnen klare Einzelverantwortung, gute Standards und verl\u00e4ssliche Schnittstellen die bessere L\u00f6sung sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigste F\u00fchrungsfrage lautet deshalb nicht:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abWie machen wir aus allen Mitarbeitenden ein besseres Team?\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sondern:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u00abWelche Arbeit verlangt wirklich ein Team \u2013 und welche Bedingungen m\u00fcssen wir schaffen, damit aus gemeinsamer Abh\u00e4ngigkeit gemeinsame Wirksamkeit wird?\u00bb<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn Menschen werden nicht dadurch zum Team, dass man sie so nennt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u00abEin Team zeigt sich nicht daran, dass alle dasselbe denken. Es zeigt sich daran, dass unterschiedliche Menschen ihre F\u00e4higkeiten so verbinden, dass etwas entsteht, das keiner von ihnen allein h\u00e4tte leisten k\u00f6nnen.\u00bb<\/strong><br>-Christoph J. Zingg<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lies auch unter: <a href=\"https:\/\/www.zingg-dive.ch\/blog\/die-moebiusschleife-des-menschlichen-verbindet-kommunikation-gruppendynamik-psychologie-und-systemdenken\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2475\">Die M\u00f6biusschleife des Menschlichen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2e3b<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Literatur<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Courtright, S. H., Thurgood, G. R., Stewart, G. L., &amp; Pierotti, A. J. (2015). Structural interdependence in teams: An integrative framework and meta-analysis. <em>Journal of Applied Psychology, 100<\/em>(6), 1825\u20131846. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1037\/apl0000027\">https:\/\/doi.org\/10.1037\/apl0000027<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diehl, M., &amp; Stroebe, W. (1987). Productivity loss in brainstorming groups: Toward the solution of a riddle. <em>Journal of Personality and Social Psychology, 53<\/em>(3), 497\u2013509. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1037\/0022-3514.53.3.497\">https:\/\/doi.org\/10.1037\/0022-3514.53.3.497<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hackman, J. R. (2002). <em>Leading teams: Setting the stage for great performances<\/em>. Harvard Business School Press.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hackman, J. R., &amp; Wageman, R. (2005). A theory of team coaching. <em>Academy of Management Review, 30<\/em>(2), 269\u2013287. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5465\/amr.2005.16387885\">https:\/\/doi.org\/10.5465\/amr.2005.16387885<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hughes, A. M., Gregory, M. E., Joseph, D. L., Sonesh, S. C., Marlow, S. L., Lacerenza, C. N., Benishek, L. E., King, H. B., &amp; Salas, E. (2016). Saving lives: A meta-analysis of team training in healthcare. <em>Journal of Applied Psychology, 101<\/em>(9), 1266\u20131304. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1037\/apl0000120\">https:\/\/doi.org\/10.1037\/apl0000120<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ilgen, D. R., Hollenbeck, J. R., Johnson, M., &amp; Jundt, D. (2005). Teams in organizations: From input-process-output models to IMOI models. <em>Annual Review of Psychology, 56<\/em>, 517\u2013543. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1146\/annurev.psych.56.091103.070250\">https:\/\/doi.org\/10.1146\/annurev.psych.56.091103.070250<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Karau, S. J., &amp; Williams, K. D. (1993). Social loafing: A meta-analytic review and theoretical integration. <em>Journal of Personality and Social Psychology, 65<\/em>(4), 681\u2013706. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1037\/0022-3514.65.4.681\">https:\/\/doi.org\/10.1037\/0022-3514.65.4.681<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kozlowski, S. W. J., &amp; Bell, B. S. (2003). Work groups and teams in organizations. In W. C. Borman, D. R. Ilgen, &amp; R. J. Klimoski (Hrsg.), <em>Handbook of psychology: Industrial and organizational psychology<\/em> (S. 333\u2013375). Wiley. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1002\/0471264385.wei1214\">https:\/\/doi.org\/10.1002\/0471264385.wei1214<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kozlowski, S. W. J., &amp; Ilgen, D. R. (2006). Enhancing the effectiveness of work groups and teams. <em>Psychological Science in the Public Interest, 7<\/em>(3), 77\u2013124. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1111\/j.1529-1006.2006.00030.x\">https:\/\/doi.org\/10.1111\/j.1529-1006.2006.00030.x<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">LePine, J. A., Piccolo, R. F., Jackson, C. L., Mathieu, J. E., &amp; Saul, J. R. (2008). A meta-analysis of teamwork processes: Tests of a multidimensional model and relationships with team effectiveness criteria. <em>Personnel Psychology, 61<\/em>(2), 273\u2013307. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1111\/j.1744-6570.2008.00114.x\">https:\/\/doi.org\/10.1111\/j.1744-6570.2008.00114.x<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Salas, E., Sims, D. E., &amp; Burke, C. S. (2005). 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